Streetfishing, auch Urban Angling genannt, hat sich in Berlin in den vergangenen Jahren zu einem echten Phänomen entwickelt. Statt auf einsamen Stegen oder in Booten auf ruhigen Seen stehen die Angler hier auf Brücken, Uferpromenaden oder zwischen Industrieanlagen – meist mitten in der Stadt. Berlin ist für diese moderne Angelform geradezu prädestiniert: Mit Spree, Dahme, Havel, Müggelsee, Wannsee und unzähligen Kanälen liegen erstklassige Fangreviere direkt vor der Haustür. Die Hauptstadt bietet auf vergleichsweise kleiner Fläche eine einzigartige Vielfalt an Gewässertypen – von strömungsreichen Flussabschnitten über stillere Kanäle bis hin zu großen Seen.

Besonders beliebt ist das Streetfishing auf Raubfische wie Barsch und Zander. Die Spree gilt als eines der bekanntesten Angelgewässer für diese Fischarten. Aber auch Rapfen, Hechte und sogar Welse schwimmen in den Berliner Gewässern. Die Ausrüstung ist dabei bewusst leicht gehalten: Eine kurze Spinnrute, eine kleine Rolle, ein paar Gummiköder und eine Lösezange – mehr braucht es oft nicht. Viele Streetfisher sind mit leichtem Gepäck und dem Smartphone unterwegs und praktizieren die „Catch and Release“-Methode, bei der die Fische nach dem Fang fotografiert und wieder freigelassen werden.

Doch so einfach das Angeln in der Stadt auch erscheinen mag – ganz ohne Regeln geht es nicht. Wer in Berlin fischen möchte, benötigt einen gültigen Fischereischein sowie eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer. Zudem gelten Schonzeiten und Mindestmaße, und bestimmte Angelmethoden sind eingeschränkt oder verboten. Wer sich an diese Vorgaben hält, kann in der Hauptstadt ein ganz besonderes Angelerlebnis genießen – mitten im urbanen Trubel, mit dem Rücken zur Hektik und dem Blick auf das Wasser.

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