Streetfishing in Bochum – Urbanes Angeln an Ruhr und Kemnader See

Bochum ist bekannt für seine Montangeschichte, das Deutsche Bergbau-Museum und den berühmten Weihnachtsmarkt. Was viele nicht wissen: Die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets ist auch ein hervorragendes Revier für Streetfishing. Zwischen der Ruhr, dem Kemnader See und versteckten Teichen im Grünen lassen sich Barsche, Hechte, Zander und Welse direkt vor der Haustür überlisten. In diesem Guide erfährst du alles, was du für dein Streetfishing-Abenteuer in Bochum brauchst: die besten Spots, die richtige Ausrüstung, die Zielfische und die wichtigsten Regeln.

Was ist Streetfishing?

Streetfishing ist das mobile Spinnfischen im urbanen Raum – an Flüssen, Kanälen, Seen und Teichen mitten in der Stadt. Statt schwerer Ausrüstung trägst du nur eine leichte Rute, eine kleine Rolle und eine handvoll Köder in der Tasche. Ziel ist es, zu Fuß Spot für Spot abzusuchen und dort zu angeln, wo die Räuber stehen.

Der Reiz liegt in der Mobilität und der Überraschung: Oft lauern direkt neben viel befahrenen Straßen oder mitten im Wohngebiet überraschend große Fische. Gefischt wird mit ultraleichtem Gerät – kleinen Gummifischen, Spinnern und Mini-Wobblern.

Bochum – Ein unterschätztes Streetfishing-Revier

Bochum hat unmittelbaren Zugang zu 11 Gewässern und ist damit ein beliebter Ausgangspunkt für Angeltouren in der Region. Die Stadt bietet eine überraschende Vielfalt: von der Ruhr als Fließgewässer über den Kemnader See als größten Stausee bis hin zu kleineren Teichen und Bächen.

Was Bochum besonders macht: Die Mischung aus Fließ- und Stillgewässern. Du kannst an einem Tag von der Ruhr zum Kemnader See wechseln und ganz unterschiedliche Räuber-Typen bejagen. Die Wasserqualität der Ruhr hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert – das wirkt sich positiv auf die Fischpopulation aus.

Die besten Streetfishing-Spots in Bochum

1. Kemnader See – Das Herzstück der regionalen Angelszene

Der Kemnader See ist der jüngste der sechs Ruhrstauseen und liegt zwischen Bochum, Hattingen und Witten. Mit seiner guten Erreichbarkeit und dem vielfältigen Fischbestand lockt er Anfänger wie Profis gleichermaßen. Auf rund 125 Hektar Wasserfläche beherbergt der flache Stausee einen artenreichen Bestand.

Für Streetfisher besonders interessant: Im Winter halten sich die Fische vorwiegend im 4 bis 6 Meter tiefen Bereich nahe der Staumauer auf – die besten Plätze liegen dann am Nordufer auf Bochumer Stadtgebiet. Erwärmt sich im Frühjahr das Wasser, verteilen sich die Schwärme über den ganzen See. Gute Stellen bietet das Nordufer östlich der ehemaligen Zeche Gibraltar. Ruhigere, abgelegenere Plätze findest du am Südufer.

Der Kemnader See ist ein stark genutztes Naherholungsgebiet – früh morgens und am Südufer ist es deutlich ruhiger.

2. Die Ruhr – Der Klassiker

Die Ruhr bietet zahlreiche attraktive Angelstellen. Zwischen Witten und Hattingen finden sich ruhige Abschnitte mit idealen Bedingungen für Streetfisher. Strömungsarme Bereiche eignen sich für Friedfischangler, während die schneller fließenden Passagen Raubfischangler anziehen.

Besonders vielversprechend sind Spundwände, Brückenpfeiler und Bootsanleger – klassische Streetfishing-Strukturen, an denen Räuber auf Beute lauern. Der ASV „Ruhr“-Bochum-Linden-Dahlhausen e.V. beangelt seit 1948 den idyllischen Ruhrabschnitt in Dahlhausen.

3. Weitmarer Holz – Die grüne Alternative

Die Teiche im Weitmarer Holz versprechen ungestörte Angelstunden. Das größte zusammenhängende Waldgebiet Bochums im Süden der Stadt bietet ein ruhigeres Ambiente abseits der stark frequentierten Spots. Diese kleineren Gewässer eignen sich besonders gut für Einsteiger, da sie überschaubar sind und regelmäßig gute Fangergebnisse liefern.

4. Weitere Gewässer

Die Harpener Teiche (auch Werner Teiche genannt) sind ein Verbund von Stillgewässern, die durch den Harpener Bach gespeist werden. Auch sie können sich für eine Streetfishing-Session lohnen.

Wichtig: Der Ümminger See ist für das Angeln gesperrt – hier darfst du deine Rute nicht auswerfen.

Zielfische beim Streetfishing in Bochum

Die Bochumer Gewässer bieten eine beeindruckende Artenvielfalt. In der Ruhr wurden unter anderem Aal, Aland, Barbe, Barsch, Brassen, Döbel, Gründling, Hecht, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Wels und Zander nachgewiesen.

Barsch

Der Barsch ist der Klassiker beim Streetfishing. Er steht an Strukturen, jagt in Schwärmen und beißt zuverlässig auf kleine Gummifische und Spinner. Im Kemnader See und in der Ruhr findest du ihn in großer Zahl.

Hecht

Der dominante Raubfisch im Kemnader See ist der Hecht. Er steht oft in ruhigeren Bereichen, an Einläufen oder in Deckung bietenden Strukturen. Auch in der Ruhr lassen sich Hechte fangen.

Zander

Zander kommen im Kemnader See vor, sind aber deutlich seltener als Hechte. Wer auf Zander angeln möchte, sollte sich auf Geduld einstellen. In der Ruhr sind die Zanderbestände in den letzten Jahren zurückgegangen – dafür haben Barsche und Welse zugenommen.

Wels

Der Wels hat in der Ruhr und im Kemnader See deutlich zugenommen – ein interessanter Zielfisch für ambitionierte Streetfisher.

Weitere Fische

Daneben findest du in Bochums Gewässern Karpfen, Brassen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern, Barben und Döbel. Die Artenvielfalt ist beeindruckend – für Abwechslung ist gesorgt.

Die richtige Ausrüstung für Streetfishing in Bochum

Streetfishing lebt von minimalistischer, mobiler Ausrüstung. Was du brauchst:

  • Rute: Eine leichte Spinnrute mit kleinem Wurfgewicht (etwa 2–15 g)
  • Rolle: Eine kleine, leichte Stationärrolle mit feiner geflochtener Schnur
  • Köder: Gummifische (3–6 cm), kleine Spinner, Mini-Wobbler in natürlichen Farben
  • Montage: Kleiner Gummifisch am leichten Jigkopf, Dropshot oder Mini-Hardbait
  • Kescher: Unverzichtbar, besonders an hohen Ufern
  • Abhakmatte: Wichtiges Equipment für den schonenden Umgang mit den Fischen

Die gesamte Ausrüstung muss in einen kompakten Rucksack oder eine Umhängetasche passen. Die Devise: So leicht wie möglich, so schwer wie nötig.

Praxis-Tipps für erfolgreiches Streetfishing in Bochum

  1. Strukturen gezielt anwerfen: Kanten, Einläufe, Brücken und Spundwände sind die Hotspots.
  2. Mobil bleiben: Nicht zu lange an einer Stelle bleiben – such zu Fuß Spot für Spot ab.
  3. Auf die Jahreszeit achten: Im Winter langsamer führen, im Sommer darf es auch mal aktiver sein.
  4. Den Kemnader See nicht unterschätzen: Dieses Gewässer ist ein echtes Raubfischparadies – nimm dir Zeit, es gründlich zu beangeln.
  5. Früh morgens angeln: Am Kemnader See ist es früh morgens am ruhigsten – die besten Chancen auf kapitale Fänge.
  6. Die Ruhr erkunden: Die verschiedenen Abschnitte der Ruhr bieten ganz unterschiedliche Bedingungen – probier dich aus.

Rechtliche Grundlagen – Was du beachten musst

Bevor du die Angel auswirfst, musst du die Fischerprüfung bestanden haben und im Besitz eines gültigen Fischereischeines sein.

Die Fischerprüfung in Bochum findet einmal im Jahr, in der Regel Anfang November, statt. Die Gebühr beträgt 50,00 Euro. Anträge auf Zulassung werden ab August entgegengenommen. Der ASV Bochum Ruhr e.V. bietet Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung an.

Für die verschiedenen Gewässer gelten unterschiedliche Regelungen:

  • Kemnader See: Der See ist Pachtgewässer des ASV Bochum-Ruhr und des Sportfischervereins Witten 1932 e.V. Gastkarten gibt es zu einem geringen Preis (Richtwert wenige Euro zzgl. Pfand) am Anglerheim Oveney am Nordufer sowie in den Angelfachgeschäften in und um Bochum und Witten. Auch wer kein Vereinsmitglied ist, kann sich in manchen Angelgeschäften einen Erlaubnisschein kaufen.
  • Ruhr: Die Fischereirechte entlang der Ruhr werden von verschiedenen Angelvereinen verwaltet, darunter der ASV „Ruhr“-Bochum-Linden-Dahlhausen e.V.

Wichtige Regeln:

  • Ohne gültigen Fischereischein und Erlaubnisschein darf nicht geangelt werden.
  • Mindestmaße und Schonzeiten richten sich nach dem Landesfischereigesetz NRW und der Gewässerordnung – prüfe die aktuellen Werte vor dem Ansitz.
  • Untermaßige oder geschützte Fische sind schonend zurückzusetzen.
  • Pro Angeljahr dürfen insgesamt höchstens 3 Raubfische (Aal, Hecht oder Zander in beliebiger Kombination) entnommen werden.

Tipp: Besuche ein lokales Angelgeschäft wie den Raubfischstore in der Gorch-Fock-Straße 15 – hier bekommst du nicht nur Erlaubnisscheine, sondern auch kompetente Beratung zu den besten Ködern und Spots.

Fazit

Streetfishing in Bochum ist ein Erlebnis für sich. Die Kombination aus großem Stausee (Kemnader See), urbanem Fluss (Ruhr) und ruhigen Waldteichen (Weitmarer Holz) macht die Stadt zu einem abwechslungsreichen Angelstandort. Ob du nun am Kemnader See auf Hechte jagst, an der Ruhr Zander überlistest oder die Teiche im Weitmarer Holz erkundest – Bochum hat für jeden Streetfisher das passende Revier.

Schnapp dir deine leichte Rute, pack die Köderbox ein und erkunde die Bochumer Gewässer zu Fuß. Die Fische warten direkt vor deiner Haustür!


Hast du eigene Erfahrungen mit Streetfishing in Bochum? Welche Spots sind deine Favoriten? Schreib es uns in die Kommentare – wir freuen uns auf den Austausch!